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Gemeinsam gewachsen – Max & Gabriel
im Mentoring 

Erfahrungsbericht von Max, der als Mentor bei kein Abseits! seit über vier Jahren bereichernde Momente erlebt. 

Unser erstes Treffen ist jetzt sage und schreibe vier Jahre her. In diesen vier Jahren haben Gabriel und ich nahezu jedes nur erdenkliche Berliner Museum erkundet, an vielen verschiedenen Aktivitäten teilgenommen, diverse wichtige Dinge zuhause vergessen, uns zig Kinofilme reingezogen, sind spaziert, gewandert, gefahren, von einem Minigolfloch zum nächsten getrottet, haben mehrere Berliner Seen in mal runderen, mal ovaleren Kreisrouten umrundet …

Aber diese Story soll mehr sein als eine Auflistung von Aktivitäten. Schließlich stecken in diesen vier gemeinsamen Jahren so viele Veränderungen, Erlebnisse, Entwicklungen und Fortschritte. Ein kurzer Text reicht dafür eigentlich nicht aus. Aber ich gebe mein Bestes. Seit vier Jahren inspiriert mich Gabriel, mein Bestes zu geben.

Erstmal ein kurzer Exkurs ins Jahr 2022: Gabriel war von Anfang an ein sehr empathischer, humorvoller Mensch, aber zu Beginn noch sehr schüchtern. Das Lesen und Schreiben fielen ihm schwer. Doch er öffnete sich mir schnell. Ich glaube, dass er es schätzte, eine neue Bezugsperson zu haben, mit der er Neues erlebte. Ich wusste anfangs nicht, ob ich mir die Verantwortung eines Mentorings überhaupt zutraue. Bis heute zweifle ich immer wieder an meinen Fähigkeiten in vielen Bereichen meines Lebens. Doch mit den Jahren verbesserten sich Gabriels Sprachfähigkeiten, er liest und schreibt viel selbstsicherer, und er traut sich deutlich mehr zu als noch zu Beginn – und ich meine, dass es sich bei mir nicht anders verhält.

Und dann – und das ist meiner Meinung nach einer der größten Erfolge – hat er ein Ziel für sich entdeckt, einen Zukunftstraum: Gabriels Leidenschaft fürs Kochen. Zu seinem vierzehnten Geburtstag habe ich ihm die Teilnahme an einem Kochkurs an der Volkshochschule geschenkt, an dem wir dann zusammen teilgenommen haben. Gabriel liebt das Kochen. Ob sich daraus tatsächlich eine spätere Karriere entwickelt, bleibt abzuwarten. Aber allein die Tatsache, dass er etwas entdeckt hat, für das er brennt und das ihm eine Perspektive aufzeigt, bedeutet mir die Welt.

Mittlerweile treffen wir uns nicht mehr jede Woche. Nächsten Monat wird Gabriel fünfzehn, und auch wenn wir uns seltener sehen als zu Beginn, freut es mich, dass er eigene Pläne und Unternehmungen hat und zunehmend selbstständig wird. Ich bin mir sicher, dass das Mentoring ihm dabei geholfen hat. Vor allem hat ihm das Mentoring nicht nur eine große Bandbreite an Aktivitäten eröffnet, sondern auch seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten gefördert und ihm geholfen, seine persönlichen Stärken zu entdecken und mehr auf sich selbst und seine wunderbare Persönlichkeit zu vertrauen.

Von Anfang an habe ich mir erhofft, dass Gabriel aus dem Mentoring Eindrücke und Perspektiven für die Zukunft mitnimmt, an die er sich erinnern und auf die er zurückgreifen kann – insbesondere, wenn das Leben ihn herausfordert oder ihm Steine in den Weg legt. Aber ich bin zuversichtlich, dass Gabriel diese meistern wird. Ich bin stolz, wie er sich entwickelt hat. Und ich bin glücklich, sein Mentor zu sein und ihn dabei begleiten zu dürfen.

Das Mentoring-Programm von kein Abseits! läuft in den Berliner Bezirken Reinickendorf und Lichtenberg und startet zweimal im Jahr einen neuen Durchgang. Engagierte Mentor*innen werden fortlaufend gesucht. Der nächste Durchgang startet Mitte Mai 2026 und es befinden sich noch viele Kinder auf der Warteliste, die sich eine*n Mentor*in wünschen. Wer Interesse hat, kann sich hier informieren und bewerben.