Praktikantin Ines schildert ihre Eindrücke von kein Abseits! »

Seit Anfang Dezember unterstützt uns Studentin Ines in unserer alltäglichen Arbeit. Heute berichtet sie, wie es dazu kam, dass sie für ihr Praktikum bei uns gelandet ist, und zieht erste Bilanz:

Ich muss ehrlich zugeben: Kinder- und Jugendarbeit war nicht wirklich meine erste Wahl. Hauptsächlich deswegen, weil ich mir darunter einfach nichts Konkretes vorstellen konnte. Die Angebotsvielfalt von kein Abseits! e.V. verstärkte nur diese Vorannahme. Kinder- und Jugendarbeit war – für mich – irgendwie alles, aber irgendwie auch nichts. Darauf folgte dann aber auch das erste, was ich nach meinem Probetag mit nach Hause nehmen durfte: dass ich Unrecht hatte.
Was hat mich letztendlich also vom Gegenteil überzeugt? Es ist schwer, meine gesamten Eindrücke zusammenzufassen, vor allem da sie retrospektiv noch mal anders aufzufassen sind. Ich erinnere mich vor allem daran, wie erschöpft und glücklich ich nach meinem ersten Spiele-Star-Einsatz gewesen bin, sodass sogar ein Freudentränchen geflossen ist. Die Arbeit mit Kindern macht mich generell ziemlich sentimental, aber ich denke die Emotionen kommen vor allen Dingen hoch, da es mich darin bestärkt, dass es genau der Weg ist, den ich gehen möchte. Dieses Gefühl hatte ich im tristen Unialltag schon vergessen. Doch so viel zu meiner Achterbahn der Gefühle. Viel wichtiger ist es, dass ihr nachvollziehen könnt, warum ich letztlich so happy mit meiner getroffenen Wahl bin.

Betriebsklima
Dazu kann man nicht viel schreiben, da es auf Worte ziemlich schwer reduzierbar ist. Doch wenn ich es auf beschreibende Adjektive reduzieren müsste, wären das: herzlich, offen, authentisch und respektvoll. Diese Beobachtung ist das Produkt der ersten 10 Minuten Aufnahmegespräch bei kein Abseits! und hat sich bisher nur verstärkt. Das Team wahrt Professionalität, diese möchte ich auch gar nicht anzweifeln – alles ist gut organisiert, geplant, koordiniert. Das kann ich aufgrund der (überragenden!) Transparenz der ziemlich komplexen Betriebsabläufe beurteilen, und dadurch, dass ich bisher an allen Versammlungen, Gesprächen, Sitzungen, welche im Büro so anstanden, teilnehmen durfte.
Natürlich habe ich noch immer nicht den absoluten Durchblick, doch dafür ist ein Praktikum auch nicht da – es geht schließlich darum, überall mal reinschnuppern zu dürfen und das ist bei kein Abseits! absolut gewährleistet. Und so kommen wir auch zu dem nächsten Punkt:

Meine Aufgaben
Sie sind wie bereits angedeutet sehr differenziert und abwechslungsreich. Ich nehme sehr unterschiedliche Rollen innerhalb meines Praktikums ein, sodass ich mich gar nicht so eindeutig als klassische Praktikantin zuordnen könnte. Eine Rolle habe ich ja bereits vorgestellt: die der Beobachterin durch die Teilnahme an Meetings. Aber es gibt noch sehr viele andere: Vormittags unterstütze ich unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit. Oder anders ausgedrückt: Ich bin einer der Social Media Tanten (bzw. Onkels) und erstelle Beiträge, denke mir Hashtags aus und kann meiner Kreativität freien Lauf lassen. Ich finde es spannend, mitzuerleben, was und wer hinter so einer großen Facebook-/Instagrampage steht und wie viel Aufwand es wirklich kostet, diese zu betreiben.

Meine Nachmittage gehören überwiegend dem Spielestar, worüber ich auch sehr dankbar bin, denn es ist ein angenehmer Kontrast zum Büro. Denn beim Spiele-Star wird es sehr praktisch und dynamisch und man wird zu 100% eingebunden, da es immer viel zu tun gibt. Die Kinder sind kleine Rebellen, aber mit großem Herz und man fühlt sich direkt angenommen. Zudem müssen die Spielestareinsätze auch vor- und nachbereitet werden, sodass ich auch bei der Ideengenerierung, Planung und Evaluation meinen Beitrag leiste.

Meine dritte Rolle ist die der Mentorin, die 1:1-Arbeit mit meinem Mentee fordert noch mal eine andere, intensivere Arbeit. Die Intensität ist nicht (nur) dem Aufwand geschuldet, sondern eher der emotionalen Nähe. Das Nähe-Distanz-Dilemma wird mir voraussichtlich noch begegnen, aber bisher bin ich von dieser Arbeit vor allen Dingen eins: erfüllt! Der persönliche Mehrwert besteht darin, dass man neue Lebenswelten kennenlernt und Lebensqualitäten steigert. Nicht nur die des Mentees, sondern und vor allem auch die eigene.

Ausblick
Es bleibt spannend, denn in Planung steht ein kleines Forschungsprojekt, das ich konzipieren und auswerten werde. Viel möchte ich dazu aber noch nicht verraten. Ich bin zuversichtlich, dass sich meine Eindrücke noch erweitern werden und bleibe dran!