Loading images...

Mentoring-Stories

Februar 25th, 2013von

Mentee Solii im Deutschen Technik Museum  (Januar 2014)

Wir möchten mit euch diesen besonderen Bericht teilen, den Mentee Solii (10 Jahre alt) verfasst hat. Solii ist Teilnehmer im neuen Anstoß Projekt im Durchgang 2013/2014.

“Ich heiße Solii und mein Mentor heißt Bastian. Bastian und ich besuchten vor ein paar Wochen das Deutsche Technik Museum (DTM) am Gleisdreieck. Wir trafen uns am U-Bahnhof Gleisdreick. Von dort folgten wir den Hinweistafeln zum Museum, bezahlten den Eintritt und schauten uns erst einmal um. Im Technikmuseum gibt es viel zu sehen und wir überlegten, welche Ausstellungen uns am meißten gefallen könnten. Für alle Stationen hatten wir nicht genug Zeit an diesem Samstag. Wir entschieden uns für drei Ausstellungen und mit der großen Schiffsausstellung anzufangen. Dort gibt es Schiffe aus allen Zeiten und noch viel mehr zu entdecken. Wir entdeckten zum Beispiel ein Modell von einem alten Segelschiff aus dem 17. Jahrhundert, an dem wir mindestens 74 Kanonen zählten. Neben vielen Modellen von Handels- und Kriegsschiffen stießen wir auch auf ein Nachbau eines Sklavenschiffes. In einer Art großem Käfig saßen im Dunkeln viele schwarze Menschen, auf engem Raum wie in einem Käfig eingesperrt. Bastian erklärte, dass es früher Sklavenschiffe gab und Menschen aus Afrika auf diesen Schiffen eingesperrt über den Atlantik nach Amerika gebracht wurden um dort verkauft zu werden und dort arbeiten mussten – ob diese wollten oder nicht. Wir erfuhren aus den Texttafeln, dass die Menschen auf der sehr langen Reise über den Ozean wenig zu essen bekamen, viele krank wurden und viele der Menschen sogar starben. Wir lernten etwas über den „Dreieckshandel“. Das war ziemlich gruselig.

Danach versuchten wir die Titanic zu finden, ein Passagierdampfer, der nach einem Unfall mit einem Eisberg auf dem offenen Meer untergegangen ist. Wir fanden in der Ausstellung ein Modell der Titanic. Obwohl die Titanic damals das größte Schiff der Welt war, gibt es heute noch viel größere Schiffe. In einem Videospiel haben wir Seenotrettung gespielt und zwei Männer aus dem aufgewühlten Meer gerettet. Das war gar nicht so leicht, aber zusammen haben wir es geschafft. Nachdem wir die Schiffsaustellung beendet hatten, schauten wir uns noch die Eisenbahnen im Lokschuppen und auch die ersten Flugzeuge an. Wir wussten  gar nicht, dass eines der ersten Flugzeug ganz in der Nähe von Berlin gestartet war! Es gab auch einen lebensgroßen Nachbau von diesem ersten Gleitflugzeug. Wir sahen einen kurzen Film über die Deutsche Lufthansa, die es schon sehr lange gibt. Viele Flugzeuge haben mit Krieg zu tun und die Ausstellung hat uns oft ein bischen erschreckt. Zum Schluss entdeckten wir noch eines der ersten Fahrräder, das komisch aussah und eigentlich ein Laufrad war.
Weil wir die Ausstellungen so interessant fanden, waren wir über 3 Stunden im Deutschen Technikmuseum. Das Spektrum, in dem wir noch experimentieren wollten, haben wir leider nicht mehr geschafft und beschlossen, später noch einmal zurück zu kommen. Als wir fertig waren, wurde es draußen schon dunkel, so lange waren wir im Museum.
Wir haben viel gelernt. Am Schluss konnten wir uns aber nicht mehr konzentrieren, weil so viel Neues zu erfahren war.

Wir können den Besuch allen großen und kleinen Technikbegeisterten empfehlen.”

 

Unser Ausgehtag am Girls Day (25.04.2013)

Ein Bericht von Mentorin Annegret

Im Vorfeld des Girlsdays hat Florian uns mit der Methode „Life-Work-Planning“ bekanntgemacht, welche ursprünglich für Erwachsene entwickelt wurde. Bei kein Abseits! wird diese jedoch ebenfalls verwendet, um bereits mit Kindern eine Art Berufsorientierung durchzuführen. Mit Hilfe von verschiedenen Methoden wird den Kindern deutlich gemacht, welche Interessen sie haben und wie diese mit ihrem zukünftigen Beruf verbunden werden können. In einem nächsten Schritt werden Personen aus eben dieser Interessenrichtung gesucht, welche nach einem vorgefertigten Muster in einem 11-minütigen Interview 6 Fragen zu ihrem Beruf und dessen Zukunft beantworten. Dies sollte im Rahmen des diesjährigen Girls Day stattfinden.

Zusammen mit meiner Mentee haben wir in mehreren Schritten Mindmaps erstellt, um am Ende beim Thema Musik anzukommen. Als mögliche Berufsfelder sind uns Musikgeschäfte, Museen, Radiosender, Opern und Lehrer eingefallen. Ich als Mentor habe dann, um ein gewisses Grundgerüst für den Tag zu haben, zwei Termine vereinbart, ein Gespräch mit einer Sängerin aus der Deutschen Oper und mit der Leiterin des Musikinstrumente-Museums.

Am Girls Day selbst habe ich mein Patenkind morgens von zu Hause abgeholt und wir haben uns auf den Weg gemacht. Unsere erste Station war der RBB. Wir wollten versuchen auch ohne einen Termin, so wie es das Konzept eigentlich vorschlägt, eine Gesprächspartner zu finden. Leider waren alle Ansprechpartner in die Organisation des hauseigenen Girls Day Events involviert, weshalb wir leider ohne ein Interview weiterziehen mussten. Mit der U-Bahn ging es zum Musikinstrumente-Museum in der Nähe des Potsdamer Platzes. Die Leiterin war sehr aufgeschlossen und interessiert und hat alle Fragen hinlänglich beantwortet. Mein Patenkind hatte sich zuvor nochmal den genauen Wortlaut der Fragen aufgeschrieben und wir haben einige Durchgänge geübt, damit sie sich sicherer fühlt. Es hat alles gut funktioniert und ihr Highlight war ein Orgel-Poster, welches wir von der Leterin geschenkt bekommen haben.

Nach einem kurzen Snack sind wir in ein Musikgeschäft gefahren und hatten die Chance mit einem Verkäufer zu sprechen. Auf unsere letzte Frage hin, wen man zum Thema Musik noch befragen könnte, hat er uns einen Klavierbauer empfohlen. Dieser war allerdings gerade in einem Kundengespräch, weshalb wir keine Chance hatten, ihn zu interviewen. Unser zweiter Termin war in der Oper, wo mein Patenkind die Chance hatte, eine Chorsängerin zu befragen. Diese brachte noch einen Kollegen mit, welcher Klavierspieler war und ebenfalls hilfreiche Tipps gegeben hat.

Den Abschluss des Tages bildete ein Treffen mit anderen Girls Day Teilnehmern, bei welchem die Kinder die Chance hatten, Dankeskarten zu basteln. Jede befragte Person sollte eine Karte bekommen. Meine Mentee hat fleißig gebastelt, obwohl ihr die Anstrengung des Tages sehr anzumerken war. Ihr Fazit allerdings war, dass der Tag trotz des vielen U-Bahn Fahrens viel Spaß gemacht hat. Ich kann definitiv sagen, dass es mir eine große Freude war, meine Mentee durch den Tag zu begleiten.

 

“Laura und Sophie – ein tolles Team”

Projektdurchgang 2012/2013

Meine Mentee Sophie und ich sind ein tolles Team! Wir wurden als “Mentoringpaar” zusammengebracht, weil wir beide Pferde toll finden. Seit wir uns aber einmal in der Woche (und manchmal noch häufiger) treffen, haben wir gemerkt, dass wir noch viel mehr gemeinsam haben. Wir sind total auf einer Wellenlänge und verstehen uns daher richtig gut. Sophie sagt, dass sie mit mir prima lernen kann – und ich habe dabei auch viel gelernt: zum Beispiel wie ich Dinge erkläre, die auf den ersten Blick nicht ganz verständlich sind. Manchmal sitzen wir aber auch zusammen und knobeln, wenn wir beide etwas nicht verstehen – zum Beispiel wie die menschliche Lunge aufgebaut ist, oder warum bei den alten Griechen die Frauen so wenig Rechte hatten. (Unser Fazit: die waren ganz schön blöd!)

Aber auch außerhalb der Schularbeiten treffen wir uns. Letztes Jahr im Dezember sind wir über den Weihnachtsmarkt gebummelt und Schlittschuh laufen gegangen. Wir waren im Kindermuseum, im Kino, und haben im Café bei heißer Schokolade und Kaiserschmarrn über wichtige Sachen gequatscht.
Besonders viel Spaß hatten wir beim kein-Abseits-Faschingsfest, bei dem wir – was sonst? – als Pferd und Reiterin verkleidet waren. Ich kann bestätigen: Sophie ist eine prima “Pferdepflegerin” und hat mich auch auf der Feier mit etwas von dem leckeren Tiramisu versorgt, das wir davor zusammen gemacht hatten. Mmh!
Toll war auch der Girls’ Day Ende April. An diesem Tag sind wir zusammen durch Berlin gefahren und haben mit Frauen geredet, die in Berufen arbeiten, die Sophie spannend findet. Unangefochtene Gewinner: die Pferdewirtinnen und -pflegerinnen auf dem Reiterhof. Obwohl diese ziemlich anstrengende Knochenjobs sind, möchte Sophie später ihrer großen Tierliebe nachgehen – und jetzt weiß sie, welcher Ausbildungsweg dorthin führt. Aber auch das Gespräch mit einer Computerspieleprogrammiererin fand Sophie sehr interessant. Sie ist kreativ und künstlerisch begabt, und kann sich jetzt sogar vorstellen, mal ein bisschen programmieren zu lernen. Vielleicht entwirft sie ja irgendwann ein tolles Computerspiel?
Ich bin insgesamt sehr, sehr froh, dass ich mich entschieden habe, bei kein Abseits mitzumachen. Mir macht es total Spaß, Zeit mit Sophie zu verbringen, weil ich glaube, dass wir uns in vieler Weise ganz schön ähnlich sind. Außerdem gibt es mir die Gelegenheit, mal wieder meine alten Lieblings-Pferdebücher auszugraben – fürs Vorlesen, nämlich.
Ich hoffe, dass ich Sophie ein bisschen den Rücken stärken kann, weil ich weiß, welche Schwierigkeiten man manchmal in diesem Alter hat. Sophie sagt, sie hat auch viel Spaß an dem Mentoringprogramm, und freut sich immer, wenn wir uns sehen. Sie ist ein ganz tolles, schlaues, lustiges, und sehr liebes und einfühlsames Mädchen – nur sollte sie sich manchmal ein bisschen mehr trauen. Gute Noten helfen da fürs Selbstbewusstsein, und ebenso die Tatsache, dass Sophie neulich als Klassensprecherin gewählt wurde!
Auf ihren Wunsch hin wollen wir uns auch nach dem Ende des kein-Abseits-Jahres noch ab und zu treffen. Was in den nächsten Wochen noch ansteht? Im Juni gehen wir ins Theater… und im Mai werden wir auf einen lang ersehnten Ausritt zusammen gehen, den Frühling genießen und ganz viele Pferde knuddeln

 

“Meine Mentee will es Wissen”

Unsere Mentorin Anna berichtet auf 100 Paten für Berlin

Projektdurchgang 2012/2013

Hallo, ich heiße Anna, bin 28 Jahre alt, Juristin und arbeite gerade an meiner Promotion.

Während meines Studiums, insbesondere in der Examensphase, hatte ich wenig Zeit, mich sozial zu engagieren. Dabei war mir immer klar, wie privilegiert ich bin, weil meine Eltern mich immer unterstützt haben. Davon wollte ich nun etwas weitergeben!

Patin zu sein ist eine ziemliche Herausforderung, finde ich, schließlich hat man sonst nicht so oft mit Elfjährigen zu tun. Meine Mentee (so heißen die Patenkinder bei kein Abseits!) hat einen ziemlich starken Charakter und fordert mich häufig heraus, aber sie ist auch sehr lustig und phantasievoll. Und ich habe gelernt, nicht locker zu lassen.

Gemeinsam lesen wir ein Buch: „Der Wunschpunsch“ von Michael Ende. Erst fand meine Mentee das doof, aber mittlerweile gefällt es ihr. Manchmal lernen wir auch für Klassenarbeiten. Wir waren auch schon Schlittschuhlaufen und Kerzenziehen. Ich finde, als „Tandem“ macht uns aus, dass wir beide stark sind. Meine Mentee hat gemerkt, dass ich ihr Paroli biete und sie sich auf mich verlassen kann.

Die Patenschaft ist eine sehr bereichernde und wunderbare Erfahrung, an der Mentorin und Mentee wachsen! Oder, um es mit den Worten meines Patenkindes auszudrücken: „Es ist cool, eine Patin zu haben, weil sie Dir helfen kann und Dir nach der Schule nicht langweilig ist. Das Beste ist, dass man Ausflüge machen kann und neue Leute kennenlernt.“ Außerdem sagte sie, das Schönste sei gewesen, als wir uns kennengelernt haben. Wir wussten ja nicht, welche Mentorin welchem Mentee zugeordnet würde, aber über passende Puzzle-Teile haben wir uns gefunden.

 

 

 

 

 

 

Kommentare sind geschlossen.